Die Ausstellung versucht eine Art Bestandsaufnahme der Grazer Photoszene durchzuführen und orientiert sich dabei an zwei Strukturen, die sich seit Jahren zum Ziel setzen, qualitative Positionen der Photokunst in Graz zu definieren. Der “Photoförderungspreis der Stadt Graz” (seit 1977) und die “Photosammlung der Stadt Graz” (kontinuierlich seit 1997) geben einen repräsentativen Einblick in das Schaffen einer traditionsreichen Grazer Photoszene. Kontra-Punkte möchte mit der Präsentation von ausgewählten Arbeiten auch die Tätigkeit dieser beiden Grazer Institutionen stärker in das Licht der Öffentlichkeit rücken.

Diese Auswahl von KünstlerInnen umfaßt Jahrgänge zwischen 1964 und 1985 und ist geprägt durch eine sehr unterschiedliche Entwicklung und Ausbildung. Hier kann nicht von einer “Grazer Gruppe” von PhotokünstlerInnen gesprochen werden, die sich um ein klares Zentrum formiert. Neben der HTL Ortweinschule, als einzige künstlerische Ausbildungsstätte in Graz, gibt es vereinzelte kleinere Initiativen, die als Plattform für die jüngere Generation dienen. Wir haben es hier hauptsächlich mit Solisten zu tun, bei denen sich wie in der bildenden Kunst die Tendenz einer Abwanderung in die Bundeshauptstadt zeigt. Es sind Persönlichkeiten, geboren in Graz oder tätig in Graz, die sich nicht mehr ausschließlich der klassischen Photographie widmen, sondern sich auch aktueller Medien bedienen und sich in unterschiedlichen künstlerischen Bereichen bewegen.

In den 1970er Jahren hatte Graz den Ruf eines kreativen Biotops für zeitgenössische Photographie. Eine sogenannte “Aufbruchs”-Generation hatte sich zu einem großen Teil aus den Aktivitäten des Photoreferats des Forum Stadtpark, der Camera Austria sowie der TVN Fotogruppe herausgebildet. Diese Ausstellung versucht – zumindest ansatzweise - ein repräsentatives Bild der Grazer Photokunst zu bieten. Den “Pionieren” werden hier aktuelle und selbständige Ansätze einer jüngeren Generation wie “Kontrapunkte” gegenübergestellt werden.


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